EN 643: Altpapier-Sortenliste

EN 643 legt erstmals Grenzwerte fest

Mit der neuen Altpapiersortenliste EN 643 wurden erstmals sortenspezifische Grenzwerte für unerwünschte Materialien im Altpapier festgelegt. Dazu zählen papierfremde Bestandteile, für die Produktion ungeeignete Papiere, sortenfremdes Papier, Karton und Pappe und — falls relevant — Papierprodukte, die für ein Deinking ungeeignet sind. Alles andere als trivial ist dabei eine reproduzierbare Probenahme. Diese ist deshalb der nächste Schritt der Standardisierung.

Auf Initiative des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungs-, Wasser-, und Rohstoffwirtschaft e.V. (BDE) wurde 2015 ein Qualitätssicherungskonzept für den Stoffstrom Altpapier erstellt. Schon im Jahr 1998 entwickelte INGEDE mit dem Ziel der Qualitätssicherung eine Methode zur Eingangskontrolle, bei der vor allem Feuchtigkeit und Verschmutzung des Altpapiers ermittelt werden, zum Teil mit einfachen visuellen Methoden.

Die Umsetzung dieser vergleichsweise einfachen, aber dennoch relativ aussagekräftigen Bewertung in eine reproduzierbare Methodik zur Bestimmung standardisierbarer Parameter war 2014 Thema in einer Arbeitsgruppe des Europäischen Normungskomitees CEN, das zuvor die EN 643 („Papier, Karton und Pappe — Europäische Liste der Altpapier-Standardsorten“) überarbeitet hatte. In diesem Gremium trafen sich regelmäßig Vertreter der sogenannten „Interessierten Kreise“, hauptsächlich der Altpapierhandel und die Papierindustrie, um eine entsprechende Norm zu erarbeiten.

 
 
Die aktualisierte englische EN643-Norm ist auf den britischen und deutschen Normungswebseiten erhältlich: